Sehr angetan ist Hans Durrer von Luiz Ruffatos Sprache, seinem Erzählstil, seinem Rhythmus, der einen magisch reinzieht in die Lebensumstände, die er schildert.
Hans Durrer, Bücher und Bilder mehr ...
„Sonntage ohne Gott“ von Luiz Ruffato ist die genaueste literarische Chronik eines ebenso faszinierenden wie zutiefst zwiespältigen Landes. Luiz Ruffato entgeht kein Detail dieser nur scheinbar unspektakulären Lebenstragödien, kein Geruch, kein Geräusch und keine stimmliche Nuance. Ebenso bestechend ist die stets fluide Übersetzung von Michael Kegler, der ein feines Ohr hat für Slang, Rhythmus sowie regional und sozial geprägte Sprechweisen.
Marko Martin, Stadtluft macht nicht frei, DLF Kultur, 16.3.2021 mehr ...
Marko Martin ist sehr angetan von der "konkreten Prosa" Luiz Ruffatos. Oft genüge ihm "ein einziger Satz, um eine ganze Welt zu evozieren: Illusionslose Empathie, verknüpft mit einer geradezu sensualistischen Genauigkeit". Angesichts der Schonungslosigkeit, mit der Ruffato der brasilianischen Gesellschaft schon vor Bolsonaro den Spiegel vorgehalten habe, entbehre es nicht einer gewissen Logik, dass sein Romanzyklus auf Deutsch bei dem "eher kleinen, anarchistisch geprägten Verlag" Assoziation A erschienen sei.
Marko Martin, Konkrete Prosa, Die Welt, 20.3.2021 mehr ...
Der Romanzyklus stellt für Mario Scalla "die wichtigste und interessanteste literarische Unternehmung aus Brasilien" dar. Ihm gefällt vor allem, das hier das Brasilien von unten beschrieben wird, das proletarische, das arme Brasilien - und das mit literarisch sehr avancierten Mitteln. Der Roman zeige die Grundprobleme der brasilianischen Geselllschaft auf.
Mario Scalla, Neue Bücher, hr2 kultur mehr ...
Ruffato nimmt uns mit in eine Welt, die in der von Telenovelas geprägten Kultur Brasiliens nicht vorkommt. Es ist die Welt, in der der Großteil der brasilianischen Bevölkerung lebt, die Welt des Interiors, des kleinstädtischen Milieus im Landesinnern. Cataguases ist Dreh- und Angelpunkt in sämtlichen der sechs »Fabeln«, wie Ruffato seine Episoden nennt: Heimat, Rückzugsraum, vor allem Ort zermürbender Ereignislosigkeit, der nur erträglich bleibt, wenn man sich und den anderen etwas vormacht: »Was half, war, Gedanken zu überlisten.« Cataguases wird bei Ruffato zum Szenario zahlloser Erinnerungen und Erlebnisse. Es ist ein Ort, den man nur schwer hinter sich lassen kann, obwohl man sich nichts sehnlicher wünscht. Ein Ort, aus dem nur in Panik wie aus »einer verseuchten Region, einer verwüsteten Zone« geflohen werden kann – in die Megametropolen São Paulo oder Rio, wo die Träume, Verheißungen, Projektionen von Reichtum, Karriere, Familienglück oder Ansehen ins Unfassbare wuchern. (...) Die liebevolle Umsicht und Behutsamkeit, mit denen Ruffato Wörter und Sätze fügt, sein poetischer Realismus, die Lautmalereien, all das Gestammel, wo jeder Ordnungsversuch eine Verzerrung der Realität wäre, sein detailgenaues, nüchternes Einfangen einer schwer zu beschreibenden Welt von abgemagerten Alltagen, mickrigen Hoffnungen, von Selbstbetrug, der Euphorie über das Fast-Nichts, des sich Arrangierens in der Sackgasse – all das fügt sich zu einem Imperativ: Schaut hin, dies hier, verehrte Leserin, verehrter Leser, dies hier ist der unsichtbare Teil des tief gespaltenen Brasiliens.
Lutz Taufer, Guto rennt los, jw, 27.5.2021 mehr ...
Ruffatos Texte scheinen Vorboten zu sein für ein von sozialer Ungleichheit, Gewalt, Korruption und Machismo geprägtes Brasilien der Bolsonaro-Ära.
Martina Knopf, Prognostische Literatur, literaturkritik.de mehr ...


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