Buchvorstellung "Die Kommunen vor der Kommune 1870/71"

Bereits vor der Pariser Kommune 1871 entwickelten sich in Städten wie Lyon, Marseille oder Le Creusot aufständische Bewegungen. Deren emanzipatorischen Praktiken gilt das Interesse des Buches. Es spürt ihnen in den Kämpfen in der französischen Provinz ebenso nach wie in Aufständen in den Kolonien und in den Kämpfen migrantischer Arbeiter*innen. Das Buch weitet den Blick von unten und zeichnet ein tieferes und genaueres Bild der Klassenkämpfe des 19. Jahrhunderts. Richtig verstanden, ist deren Orientierung an der »Kommune« auch für heutige Auseinandersetzungen noch von großer Bedeutung.
22. September, Hamburg: 19 Uhr, Rote Flora, Veranstalter*in: GROW & gruppe in erwägung. Zu Gast: Christopher Wimmer, Mitautor des Buches
Die Pariser Commune von 1871 ist einer der wichtigsten historischen Bezugspunkte für die politische Linke. Die Kommunardinnen bildeten damals einen revolutionären Stadtrat, der Paris nach progressiven Vorstellungen verwaltete. Obwohl die Commune sehr bald militärisch zerschlagen wurde, war sie ein epochaler Versuch, eine Rätedemokratie zu errichten.
Im Gespräch mit unserem Gast spüren wir der Kommune-Bewegung in Frankreich nach, die die Basis für diese Ereignisse schuf. Dabei wollen wir die überhistorischen Fragen nach dem Verhältnis von Organisierung und Spontanität, der Verteidigung der Revolution und utopischen Gesellschaftsentwürfen diskutieren.